Die Ostfriesische Landschaft hat mit dem Plattdüütskbüro seit 1992 eine eigene Abteilung, deren Aufgabe es ist, Plattdeutsch in Ostfriesland zu fördern. Von Anfang an arbeitete das Büro mit vielen Partnern in der Region zusammen, um das Ansehen der plattdeutschen Sprache, das Ende der 1980er Jahre auf dem Tiefpunkt war, zu verbessern. Ziel war es, wieder mehr Menschen zum Platt-Sprechen zu motivieren und die Regionalsprache als identitätsstiftendes Merkmal der Region wiederzuentdecken. In diversen Projekten und Aktionen zeigte man sich mit und auf Plattdeutsch und wurde so zum Vorbild für andere, dies auch zu tun.
Das große Engagement konnte einen Imagewandel der plattdeutschen Sprache bewirken. So ergab eine Umfrage der Ostfriesischen Landschaft zur plattdeutschen Sprach- und Verstehenskompetenz in der ostfriesischen Bevölkerung im September 2023, dass für 93,2 % der 2637 Befragten Ostfriesland und Plattdeutsch untrennbar zusammengehören. Die negative Einstellung gegenüber der Sprache hat sich folglich zu einer positiven Grundeinstellung ihr gegenüber gewandelt. Sie wird als identitätsstiftendes Merkmal der Region wahrgenommen.
Nichtsdestotrotz ergab die Umfrage auch, dass von den 58,8 % der Befragten, die angaben, sehr gut bis gut Platt sprechen zu können, nur 15,8 % täglich mit ihren Kindern und Enkeln die Sprache nutzen. Demzufolge wird Plattdeutsch nur noch unzureichend im Elternhaus weitergegeben und muss, wenn die Sprache eine reelle Zukunft haben und Ostfriesland ein Zwei-Sprachen-Land bleiben soll, als verpflichtendes Unterrichtsangebot in die Schulen Einzug halten. Um dafür ein Zeichen zu setzen, stand der Oll‘ Mai 2025 unter dem Motto „Plattdeutsch als Fremdsprache? Denkbar einfach!“
Die Dokumentation zum Oll‘ Mai 2025 unter dem Motto „Plattdeutsch als Fremdsprache? Denkbar einfach!“ ist kostenlos im Plattdüütskbüro der Ostfriesischen Landschaft oder als Download erhältlich:

















